Münchner Kindl Bräu
Das Münchner Kindl Bräu ist eine ehemalige Brauerei in München.
Die Brauerei wurde 1880 gegründet und 1905 vom Unionsbräu übernommen. Die Unionsbrauerei ging wiederum 1921 in der Löwenbräu auf. Die Brauerei befand sich im Münchner Kindl-Keller an der Rosenheimerstraße im Stadtteil Haidhausen gegenüber dem Bürgerbräukeller. Der im Zweiten Weltkrieg beschädigte Keller beherbergte Münchens größten Saal und wurde Ende der 1960er Jahre abgerissen. Die Namensrechte liegen bei dem Gastro-Unternehmer Dietrich Sailer.

Münchner Kindl
Die offizielle Wappenfigur von München ist im silbernen Wappenschild ein nach heraldisch rechts blickender Mönch mit goldgeränderter schwarzer Kutte und roten Schuhen, in der Linken ein rotes Eidbuch haltend, die Rechte zum Schwur erhoben. Womöglich handelte es sich bei dem Eidbuch ursprünglich um das Stadtrechtsbuch oder ein Evangelienbuch und bei der Schwurhand um eine segnende Hand. Der Mönch weist auf ein auf dem Stadtgebiet bestehendes Kloster von Mönchen hin, auf die laut einer Theorie der Name München zurückgeht.

Zur Etymologie siehe Geschichte Münchens. Häufig wird aber die Wappenfigur von München als Münchner Kindl bezeichnet und dargestellt. Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Stadtwappen von verschiedenen Künstlern (inoffiziell) verändert und anders dargestellt. Dabei wurde der Mönch immer mehr verkindlicht und letztlich wurde in den 1920er Jahren aus einem Jungen ein Mädchen, das Münchner Kindl. Kurz nach 1900 brach in München eine Münchner-Kindl-Manie aus. Die Wappenfigur zierte unzählige Logos. Es war eines der beliebtesten Postkartenmotive Münchens. Unter den vielen Künstlern, die das Münchner Kindl in vielen Alltagsszenen zeichneten, aber meist in Verbindung mit Bier und Sehenswürdigkeiten der Stadt München, sind besonders Paul Otto Engelhard und Otto Obermeier hervorzuheben. Zum „Leben erweckt“ wurde das Münchner Kindl erstmals vom Maler Kaspar Braun.

Er ließ das Münchner Kindl (dargestellt als einen Jungen) in seiner Zeichnung aus dem Jahr 1847 aus dem Wappen steigen. Der 85 m hohe Rathausturm wird gekrönt von dem Münchner Kindl, das von Anton Schmid geschaffen wurde, wobei dessen Sohn Wiggerl (Ludwig Schmid Wildy) Modell stand. Man findet das Münchner Kindl z. B. auf Trambahnwagen, Kanaldeckeln, Postkarten, Bierkrügen, Bierflaschen oder Plakaten. Ein F-Zug der Deutschen Bundesbahn verkehrte zwischen Frankfurt (Main) und München. Anstelle des Eidbuchs hält das Münchner Kindl auf vielen Darstellungen heute einen Bierkrug und/oder einen Rettich in der Hand. Das heutige offizielle Münchner Kindl, das Wappen der Landeshauptstadt München ist eine Graphik von Eduard Ege.
Das Münchner Kindl wird vom „Festring München e. V.“ berufen (vor 2001 hieß der Verein „Verkehrsverein Festring München e. V.“). Der „Festring München“ organisiert den Einzug der Wiesnwirte sowie den Trachtenzug des Münchner Oktoberfestes. Normalerweise ist das Münchner Kindl zwischen 20 und 29 Jahre alt und stammt oft aus den Reihen der Münchner Wiesn Wirte, Schausteller und Brauereien. Das Münchner Kindl wird auch als die „Botschafterin“ von München bezeichnet, weshalb Fremdsprachenkenntnisse, gute Umgangsformen, sowie großes Hintergrundwissen über München und Bayern vorteilhaft sind. Die damals 18-jährige Ellis Kaut wurde 1938 zum ersten offiziellen Münchner Kindl gekürt. Am ersten Samstag des Münchner Oktoberfestes findet ein großer Trachten- und Schützenumzug der Wiesnwirte statt. Diesen Trachtenzug führt das Münchner Kindl auf einem Pferd sitzend, in einer gelb-schwarzen Franziskanerkutte bekleidet und einen Maßkrug haltend an. Es steht anschließend neben dem Oberbürgermeister von München, wenn er das Oktoberfest mit dem Fassanstich und dem Ruf „O’zapft is!“ eröffnet.Neben diesen traditionellen Aufgaben wird das Münchner Kindl zu verschiedenen Anlässen eingeladen, um die Stadt München als „Botschafterin“ zu repräsentieren.

Die Münchner Kindl
Jahr Name
1937 Gabriele Steinacker
1938 Ellis Kaut
1965 Lieserl Fesenmeier
1972–78 Christl Mory
1979–1980 Hannelore Fischer
1981–1983 Helene Münchhalfen (Ostler)
1984–1986 Stephanie Spendler (Hagn)
1987–1994 Manuela Weitner
1995–1998 Silja Schrank-Steinberg
1999–2000 Stephanie Redl
2001–2002 Daniela Heide
2003–2004 Julia Krätz
2005–2006 Nadine Schröder
2007–2009 Stefanie Krätz
2010–2014 Maria Newrzella
2015 Laila Noeth
2016– Viktoria Ostler